Stoffresteverwertung 19/20

Jedes Jahr zwischen den Jahren verwerte ich alles, was sich in der Stoffrestekiste angesammelt hat. Unterjährig werfe ich keine Stoffreste weg, also nicht mal die kleinen unbrauchbaren Schnipsel. Dabei sieht man erst, welche Menge des Rohstoffs man so verbraucht. Ich versuche dann möglichst viel davon noch zu verwerten. Es ist erstaunlich, was dann noch alles aus “Abfall” entstehen kann. 

Dieses Jahr habe ich eine Pause gemacht und bin deswegen erst jetzt fertig geworden, aber hier sind sie nun, meine Ideen zur Stoffresteverwertung für dieses Jahr:
1 Jahresdecke

Jedes Jahr nähe ich eine Jahresdecke. Dabei verwende ich von möglichst allen verwendeten Stoffen eines Jahres ein (oder mehrere) Quadrat. Meine Stücke sind 16x16cm gross (inkl NZ), weil ich in genau der Grösse ein Quiltlineal habe. So spare ich etwas Zeit. Ich nähe die Decke schlicht verstürzt. Das mag nicht wahnsinnig professionell sein, aber es geht schnell und bisher haben sich die Decken bewährt. Für die Rückseite habe ich Biobaumwoll-Nicky genommen, der ist schön kuschelig. Die Decken sind hier wirklich sehr beliebt. 
2 Resteshirts 

Resteshirts nähe ich, ehrlich gesagt, besonders gerne. Ich mag die Optik und das Gepuzzle und meine Kinder tragen die fröhlichen Teile gerne. Ich bereite einen Schnitt vor, schneide Stoffstücke zuerst zu Bahnen, dann zu einem grösseren Stück zusammen (mit dem Schnittmuster daneben sieht man gut, welche Grösse gebraucht wird) und schneide dann den Schnitt normal zu. 

Für Mädchen nehme ich gerne die Yati von Olilu. Für meinen Sohn habe ich dieses Jahr den Herzbuben von Fred von Soho verwendet. 


3 Servietten

Am Tisch brauchen die Kinder öfters mal etwas, um sich den Mund oder die Finger abzuwischen. Endlich habe ich dafür eine nachhaltige und hübsche Lösung. Verwendet habe ich alles Mögliche: Leinen, Popeline, Chambray, Twill. Die Ecken habe ich aus kleinen, bunten Stoffresten ausgeschnitten, links aus links angenäht, umgebügelt und dann von vorn abgesteppt. Dann einmal mit der Ovi um das Ganze und fertig! 
Die nur teilweise gemusterte Lösung bewährt sich hier sehr, meine Kinder wischen sich an “zu schönen” Mustern nämlich nicht den Mund ab (zu schade) und ganz uni ist ihnen wiederum zu langweilig. Aber ich finde es auch sehr hübsch so. 
4 Karten

Besonders hübsch für Lieblingsreste: Karten. Baumwolle kann man einfach festklammern und mit der Nähmaschine ein paar mal nicht zu genau darum herum nähen. Jersey habe ich mit altem Vliesofix, dassich vom Trägerpapier gelöst hat, fixiert. Einige der Karten sind aus Snappapp, einige sind fertig gekaufte Blankokarten. 
5 Frühchenkleidung

Dieses Jahr habe ich ein paar Bodys in 44 genäht. Ich nähe die Sachen für die Organisation Juna und Juno - Nähen für Frühchen in der Schweiz. In Deutschland gibt es auch tolle Organisationen. Spitäler sind meist froh, wenn es über eine Organisation läuft und nicht jeder einzeln anfragt. Wichtig: viele Organisationen geben Vorgaben zu Schnitten und Grössen, informiert vorher. Wer nicht selbst nähen möchte, kann geeignete Stoffe spenden. 
6 Unterwäsche

Der Stoffresteklassiker durfte natürlich auch in diesem Jahr nicht fehlen. Nachdem ich schon so einige Schnitte durch habe, nähe ich jetzt für meinen Sohn die Mr. Leopard aus Der Ottobre 6/16 (eher kleiner nähen!). Für meine Tochter nähe ich die Play pants von Made it Patterns. 


7 Haargümmeli

Schöne Haargummis sind ja schwer zu finden, finde ich. Diese Stoffrestehaargummis gefallen mir aber besonders gut. Die sind auch ein hübsches Mitbringsel finde ich. Es sind einfach überziehbare Knöpfe, an die ich ein gekauftes Haargummi gefädelt habe. 
8 Kinderbasteleien

Einen Teil der Stoffreste gebe ich den Kindern in eine Bastelkiste, damit können sie machen, was sie möchten. Mit einem Teil basteln wir auch zusammen. Dieses Jahr ist eine Girlande für den Kindergeburtstag und ein paar Stoffrestetiere entstanden. 

Für die Tiere habe ich Kartonreste vorbereitet und mit dem Locher (und weiter innen mit der Lochzange) gelocht. Die Kinder fädeln Stoffstreifen durch, der Grosse knotet sie fest. 
9 Handschuhe

Aus Walkresten kann man noch wunderbare Handschuhe nähen. Das geht in ganz schnell, aber die aufwändige Version mit Appli ist schon etwas Besonderes.
Schnitt von LaleLoup.
10 Weihnachstgeschenke

Die Kinder haben dieses Jahr einige Stoffreste-Geschenke erhalten. Die verdienen aber einen eigenen Post...
11 Stoffblumen 

Davon habt ihr ja schon so einiges gesehen. Inzwischen ist tatsächlich noch ein Stoffblütenkranz entstanden. Zu den Blümchen habe ich neulich ein kleines Tutorial geschrieben, falls ihr auch Lust habt. 
12 Sitzkissen

Jetzt war ich ja schon ziemlich fleissig. Und die Kiste immer noch voll, denn das meiste frisst ja nur wenige Reste, wenn wir ehrlich sind. Was übrig bleibt, sind aber wirklich nur nochundefinierbare Fetzen, nichts Brauchbares. Die verwende ich gerne als Füllmaterial. Letztes Jahr gab es so eine Bettumrandung, dieses Jahr 4 Sitzkissen. Ich habe ein Innenkissen genäht und mitStoffresten richtig voll gestopft. Das wird ziemlich fest und bequem zum drauf sitzen. Die Kissen sind auch stapelbar und die Kinder spielen inzwischen dauernd damit. Offenbar haben sie auch dieperfekte Kindergrösse.
Zwei haben schon einen Bezug bekommen, die letzten zwei folgen noch, die sollen nämlich für draussen im Spielhaus sein. Diese hier sind für drin. Der Bezug kann natürlich gewaschen werden, dieInnenkissen nicht. Ich werde sie irgendwann ersetzen müssen. Aber so nutze ich die Stoffreste noch, bevor sie entsorgt werden. Und mit waschbarem Bezug dürften sie schon eine Weile im Einsatzsein. 

Einen Schnitt braucht man dafür eigentlich nicht Unbedingt, aber ich habe inzwischen gesehen, dass es ein Freebook für ein Yogakissen von Pattydoo gibt, das sich perfekt eignen dürfte. 
Damit bin ich für dieses Jahr durch mit den Stoffresten. Zwischen den Jahren lege ich aber wieder los. Wer mitmachen will: auf Insta gibt es hoffentlich wieder eine nette Truppe, die dabei ist.