· 

Zero waste-Picknickdecke

Meine Kinder sind grosse Fans von Picknicks. Riesenbegeisterung hier, sobald ich sage, wir picknicken. Aber es ist natürlich nur ein Picknick, wenn da auch eine Decke ist. Und ich wollte schon lange eine hübsche und praktische, unsere war nämlich nicht so toll. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, was eine Decke mit Zero waste zu tun hat. Erst mal nichts, man könnte einfach eine Decke hinlegen und gut ist. Könnte, denn im Alltag wären wir dann oft nass. Der Boden ist ja doch oft noch feucht und Wolle, die damit keine Mühe hat, vertragen die Kleine und ich nicht. Ich finde ja die Decken mit plasifizierter Unterseite total praktisch, nur leider total unökologisch und sie fühlen sich auch irgendwie komisch an und hässlich sind die meisten auch noch. Also selbermachen. Der Clou hier ist also die Rückseite!
Falls ihr auch eine nähen möchtet, habe ich euch ein kleines Tutorial aufgeschrieben.

Material: 
Ich wollte breiten (um nicht stückeln zu müssen) Canvas für die Oberseite. Er sollte vom Nachhaltigkeitsaspekt vertretbar sein und gemustert, damit man nicht gleich jedes Fleckchen sieht, das beim Picknicken mit Kindern halt entsteht. Ich bin nicht recht fündig geworden, entweder waren die Bio-Canvas nur ein Meter breit oder das Muster gefiel mir nicht. Also habe ich bei Spoonflower ein Muster von Melarmstrongdesign ausgesucht und einen Canvas, der teilweise aus recyceltem Plastik hergestellt ist, gekauft. 
Ausserdem habe ich eine alte Tischdecke (Brockenhaus) Schrägband, Knopf und viele Plastikverpackungen von Teigwarengrosspackungen verwendet. Die habe ich vom lokalen Unverpacktladen „ohne.ch“ bekommen. Es sind übrigens die einzigen Verpackungen, die sie nicht wiederverwenden können, sie sind auf der Suche nach Alternativen. In Grossküchen könnte man dafür sicher auch anfragen.

Die Plastikstücke habe ich aufgeschnitten und auf der alten Tischdecke verteilt. Man könnte sie sicher auch ohne Futter einfach zusammen nähen, aber ich befürchtete, dass es schneller reisst.Wenn einen die Nähte nicht stören, kann man sie direkt an die Oberseite nähen. Der Vorteil wäre, dass die Decke leichter wäre. So ist sie dafür robuster. 

Dann alles schön puzzeln, so dass die ganze Decke bedeckt ist. Ich habe die Plastikstücke überlappend hingelegt. Alles schön festgesteckt und geklammert und dann habe ich sie mit grosser Stichlänge ans Futter genäht. An den Stellen ist die Decke natürlich nicht mehr ganz dicht, aber bisher gingen feuchte Wiesen damit wunderbar. Das Nähen ist etwas mühsam, der Plastik rutscht gerne und verzieht sich. Was mir geholfen hat:
  • auf einem grossen Tisch arbeiten, dass die ganze Decke Platz hat
  • Antihaftfüsschen
  • Decke ordentlich einrollen, wenn man in der Mitte arbeitet
Als das geschafft war, habe ich allesnochmal schön zurecht geschnitten, und dann auf den Oberstoff geklammert und  knappkantig auf dem Oberstoff fixiert. Dann habe ich die Decke so gefaltet, wie ich sie am Schluss haben möchte und mir die passende Stelle für den Knopf markiert. An dieser Stelle habe ich mit dem Annähen des Schrägbandes begonnen. 
Das Schrägband sollte besser nicht zu schmal sein, sonst wird das Umklappen später sehr schwierig. Ich rede da aus Erfahrung.

Man näht es zuerst offen auf die Oberseite. Um eine schöne Ecke zu nähen, näht man bis genau nahtzgabenbreit vor Schluss und fixiert die Naht mit ein paar Rückstichen. Dann klappt man das Schrägband zur Seite weg und genau an der Kante wieder zurück. Dann näht man die nächste Seite wieder an nahtzugabenbreit ab Rand (das sollte genau da sein, wo die letzte Naht aufgehört hat). Wenn man so arbeitet, kann man nachher das Schrägband nur noch umklappen und erhält eine vorne und hinten schöne Ecke. Die sollte gut gesteckt/geklammert werden. 
Das ganze Schrägband wird dann umgeklappt und mit Klammern fixiert. Dann steppt man es knappkantig fest. Ein Schmalkantfuss leistet da gute Dienste. 
Anfang und Schluss des Schrägbandes können sich leicht überlappen. An dieser Stelle habe ich dann ein Stück Schrägband und Knopf angenäht. So kann man das Schrägband einfach um die gefaltete Deckeziehen und um den Knopf wickeln. 

Passende Lunchbags wären auch schön, aber dafür hatte ich gerade keine Zeit. Nur ein kleines Beutelchen habe ich noch genäht, damit nehme ich gerne Nüsse oder Trockenfrüchte mit. 
Und jetzt gehts los zum Picknick. 

Und weil es hier viel Upcycling dabei ist, verlinke ich wieder mal bei der Linkparty von Firlefanz.